Schuhmacher
Seit der Antike war der Schuhmacher einer der angesehensten Berufe. Die Bezeichnung Schuster ist ebenfalls weit verbreitet und leitet sich vom lat. «sutor» ab, was «(Leder-)Näher» bedeutete. Der erste in einer Urkunde namentlich erwähnte Gränicher Einwohner war Heinrich Suter (Heinricus Sutor) im Jahre 1286. Er oder jemand aus seiner Familie war also vermutlich Schuhmacher.
Schuhmacher-Werkstatt um 1568: Meister mit Gesellen und Lehrling (rechts). Typisch sind die dreibeinigen Schemel, die Schürzen, das Leisten- und Lederlager (hinten links), die Wasserwanne zum Einweichen der Brandsohlen (Innensohle) unter dem Tisch, Lederreste auf dem Boden, vorne links wird ein Schuh aufgedoppelt (genäht), vorne rechts wird eine Sohle holzgenagelt, auf dem Tisch die klassischen Werkzeuge und eine Lampe zum Erwärmen. Auch der üblicherweise vorhandene Vogelkäfig ist oben am Fenster zu erkennen.
Das Verb „schustern“ bekam ausserdem im 17. Jahrhundert die umgangssprachliche Bedeutung „Pfuscharbeit machen“, besonders in zurechtschustern und zusammen-schustern. Im 18. Jahrhundert entstand der Begriff zuschustern (heimlich zukommen lassen).
Handwerkszeug
Das für den Schuhbau benötigte Handwerkszeug des Schuhmachers hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Es wurde lediglich mit rationeller arbeitenden Maschinen ergänzt (so erübrigt beispielsweise eine pneumatische Presse das manuelle Anklopfen der Sohle mit Schusterhammer oder Klopfstein).
Manuelle Schuhherstellung: Über den Leisten gezwickter und an der Brandsohle befestigter Schaft (Schuh von der Unterseite betrachtet).
Vor der Industrialisierung wurden alle Schuhe manuell gefertigt. Mit Einführung der maschinellen Schuhproduktion etwa ab dem Jahr 1870 ging das ehemals viele Beschäftigte aufweisende Handwerk stark zurück. Die in den Schuhfabriken mit der Schuhherstellung beschäftigten Schuhmachergesellen wurden in Abgrenzung zu ihren in Handwerksbetrieben tätigen Kollegen „Fabrikschuster“ genannt. Heute ist die Herstellung handgearbeiteter Schuhe sehr selten geworden, da sie äusserst zeitaufwändig ist. Ein Schuhmachermeister braucht 30 bis 40 Stunden, um einen handgefertigten Schuh zu produzieren.
Schutzheiliger
Am offiziellen Feiertag, dem 25. Oktober, wird des Schutzheiligen der Schuhmacher und Gerber, Sankt Crispin, gedacht.
Schuster, bleib bei deinem Leisten
Diese Redensart ist eine Aufforderung, bei dem zu bleiben, was man kann und versteht, und sich nicht zu Dingen zu äussern, von denen man keine hinreichenden (Fach-) Kenntnisse besitzt.
